Grammont Sélection 7

Schweizer Uraufführungen aus dem Jahr 2013

Tracklisting

CD 1: Dieter Ammann: unbalanced instability; Beat Furrer: strane costellazioni; Roland Moser: Perrot Soldat; Alfred Zimmerlin: tiw; Rudolf Kelterborn: Sinfonie Nr. 5 La Notte. CD 2: Jannik Giger: Contaminare; Benoît Moreau: Encre et Trompette; Denis Schuler: Ek Balam; Caroline Charrière: Envol; Edu Haubensak: PUR; Katharina Rosenberger: Erzählung; Stefan Wirth: This glacial shore.

Beschreibung

Der Zug hält nahe dem Winzerdorf Épesses am Ufer des Genfersees, ungefähr auf halber Strecke zwischen Lausanne und Montreux. Ein Weg führt hinauf zu einem Weinlokal. Von der Terrasse hat man eine weite Sicht über die Wasserfläche, die Alpen und die kultivierten Weinhänge des Lavaux, von denen Strawinsky einmal behauptet hat, sie würden ihn an Cézanne erinnern. So ist es durch den Waadtländer Schriftsteller Charles Ferdinand Ramuz überliefert, den der Komponist der Ballets Russes genau hier an einem Nachmittag im Herbst 1915 kennenlernte. Bei Wein und Brot schufen die beiden Seelenverwandten die Grundlage für ihre gemeinsamen Werke: allen voran die Histoire du soldat. Ausserhalb der Schweizer Grenzen herrschte Krieg, innerhalb wurden Lebensmittelkarten verteilt. Abgeschottet von der restlichen Welt, vertiefte sich der dienstuntaugliche Musiker in seine russischen Volkstexte, während der Dichter, der seine Bücher kaum noch absetzen konnte, dank gemeinsamer künstlerischer Unternehmungen der Provinzialität entging. Heute, ein Jahrhundert später, gilt die Histoire du soldat als Schlüsselwerk der Schweizer Musikgeschichte. Dabei ist sie kein Werk eines Schweizer Komponisten, sicherlich aber ein frühes Beispiel für eine vielseitige und überaus lebendige Musikkultur, die keinerlei Grenzen kennt. Die Werke dieser Grammont Sélection, zwölf Uraufführungen aus dem Jahr 2013, sind aktuelle Beispiele für diese Unbegrenztheit, die sich nicht zuletzt in der Vielfalt der Schreibweisen widerspiegelt. Der Auswahl selbst allerdings sind durch das Medium der CD bedingte Grenzen gesetzt. Somit erhebt sie auch nicht den Anspruch auf Vollständigkeit, es fehlen beispielsweise elektronische, improvisierte und vokale Musik. Kuratiert wurde die siebte Ausgabe erneut von der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung schweizerischer Musik, welcher der Schweizerische Tonkünstlerverein, die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia, SUISA, Fondation SUISA, Schweizer Radio und Fernsehen sowie Migros-Kulturprozent angehören. Ausschlaggebend ist letzten Endes die musikalische Qualität, die sich im Augenblick des Hörens preisgibt. Das Hören kommt dabei einer Reise ins Unbekannte gleich, die immer wieder neu beginnt. Jede Aufzeichnung darüber, auch der folgende Text, ist nur ein Prolog zu dieser Reise – ein entbehrlicher, denn die Werke bedürfen keiner theoretischen Untermauerung. Sie sind im besten Sinne «anti-universitär, anti-intellektuell, in einem Wort: lebendig» (Ramuz).

Komponist

CD 1: Dieter Ammann (*1962); Beat Furrer (*1954); Roland Moser (*1943); Alfred Zimmerlin (*1955); Rudolf Kelterborn (*1931); CD 2: Jannik Giger (*1985); Benoît Moreau (*1979); Denis Schuler (*1970); Caroline Charrière (*1960); Edu Haubensak (*1954); Katharina Rosenberger (*1971); Stefan Wirth (*1975).

Mitwirkende

CD 1: Carolin Widmann, Violine; WDR Sinfonieorchester Köln; Junge Deutsche Philharmonie; Moscow Contemporary Music Ensemble; Duo Causa; Trio Nota Bene; Orchester der Musikhochschule Basel. CD 2: Nexus reedquintet; Nouvel Ensemble Contemporain; Ensemble Phoenix Basel; Korean Music Project; Isabelle Schnöller, Flöte; Simone Keller, Klavier; Moscow Contemporary Ensemble; Camerata Variabile.

CD-Bestellnummer

MGB CTS-M 142

EAN-Code

7613295407831

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